Die Stadt, die Regenwasser speichert, statt es wegzuleiten.

Schwammstadt heisst: Niederschlag bleibt dort, wo er fällt. Er versickert langsam, verdunstet und kühlt, statt sofort in der Kanalisation zu verschwinden. Was gespeichert wird, steht im Sommer den Grünflächen zur Verfügung.

Ausgangslage

Versiegelter Boden kann kein Wasser aufnehmen.

Wo Asphalt, Beton und Dachflächen den Boden abdecken, läuft Niederschlag sofort ab. Er fehlt dem Untergrund, den Bäumen und dem Stadtklima, und er überlastet gleichzeitig die Kanalisation.

60 %
der Schweizer Siedlungsfläche sind versiegelt.
Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU, Konzept Schwammstadt

Starkregen

Das Wasser findet keinen Weg in den Boden. Die Kanalisation läuft über, ungereinigtes Mischwasser gelangt in die Gewässer und Keller stehen unter Wasser.

Hitze

Ohne Wasser und Grün fehlt die Verdunstungskühlung. Siedlungen heizen sich auf und die Wärme bleibt bis weit in die Nacht in den Flächen.

Trockenheit

Was abgeleitet wurde, fehlt in der nächsten Trockenperiode. Stadtbäume und Grünflächen müssen dann mit Trinkwasser versorgt werden.

+11 %intensiver sind die Starkniederschläge in der Schweiz geworden, gemessen an den stärksten Tagesniederschlägen.
+25 %häufiger treten sie auf. Zunahme an rund 90 Prozent der Messstationen.

Quelle: MeteoSchweiz, Trends Starkniederschläge Schweiz 1981 bis 2023

Prinzip

Vier Schritte, ein Kreislauf.

Die Schwammstadt bildet den natürlichen Wasserkreislauf im Siedlungsgebiet nach. Sie nimmt Regen auf, hält ihn zurück und gibt ihn langsam wieder ab.

01

Aufnehmen

Flächen entsiegeln und den Regen dort annehmen, wo er fällt. Sickerfähige Beläge statt durchgehendem Asphalt.

02

Speichern

Mulden, Retentionsdächer, Kies- und Wurzelräume sowie Zisternen halten das Wasser zurück.

03

Verdunsten

Pflanzen und offene Wasserflächen geben Wasser an die Luft ab. Das kühlt die Umgebung an heissen Tagen.

04

Versickern

Was übrig bleibt, geht verzögert in den Untergrund und speist das Grundwasser statt den Kanal.

Vergleich

Derselbe Regen, zwei Ergebnisse.

Wechseln Sie zwischen den beiden Zuständen und sehen Sie, wohin das Wasser geht.

Querschnitt
Regen und Versickerung Bewässerung ab Speicher Verdunstung

Zum Vergleichen seitlich wischen.

Querschnitt: versiegelte Strasse gegenüber einer Schwammstadt mit Regenwassernutzung Versiegelt läuft der Regen über den Asphalt in den Schacht und belastet die Kanalisation. In der Schwammstadt nehmen Gründach, Rabatten, Wurzelraum und Mulde den Regen auf. Das Dachwasser läuft über Fallrohr und Filter in den Speicher, eine Pumpe versorgt damit Dachgarten, Umschwung, Sportrasen und Baum, und das Wasserspiel hat einen eigenen Kreislauf mit Filter. Gründach extensiv speichert selber, keine Bewässerung Dachgarten intensiv braucht Tropfbewässerung Umschwung Rabatten und Blumenrasen Wurzelraum mit Wurzelbewässerung Sportrasen mit Versenkregnern höchster Wasserbedarf Versickerungsmulde Versickerung ins Grundwasser Wasserspiel Umwälzung mit Filtertechnik Filter Regenwasserspeicher Pumpe Verdunstung kühlt Kanalisation entlastet

Schwammstadt: Das Gründach speichert selber, der Rest läuft über Fallrohr und Filter in den Speicher. Von dort versorgt die Pumpe Dachgarten, Umschwung, Sportrasen und Baum. Das Wasserspiel läuft im eigenen Kreislauf mit Filtertechnik.

Bausteine

Woraus eine Schwammstadt gebaut wird.

Kein einzelnes Bauwerk, sondern viele Elemente, die zusammen wirken. Jedes hält einen Teil des Niederschlags zurück.

Entsiegelung

Sickerfähige Beläge, Rasengittersteine und begrünte Randstreifen statt durchgehender Asphaltflächen.

Mulden

Flache Senken nehmen Starkregen auf, lassen ihn einstauen und verzögert in den Untergrund abgeben.

Retentionsdächer

Begrünte Dächer speichern Niederschlag in Substrat und Drainschicht und geben ihn über Stunden ab.

Wurzelraum

Grosse, mit Speicherkies verfüllte Baumgruben geben Stadtbäumen Wasser und Luft unter dem Belag.

Anlagetechnik

Die Technik, die aus Regen Nutzwasser macht.

Speichern allein genügt nicht. Damit Regenwasser zuverlässig in die Grünflächen kommt, braucht es eine durchgehende Kette von der Dachentwässerung bis zur Steuerung.

Einbau eines Regenwasserspeichers in der Baugrube

Tanktechnik

Zisternen und Flachtanks zum Eingraben, Behälter für Keller und Technikraum sowie Regentonnen für kleine Objekte. Mit Beruhigungszulauf, Überlaufsiphon und Entnahme über Schwimmerfilter.

Schnittbild eines Wirbelfilters

Filtertechnik

Vorfilter im Fallrohr oder im Schacht, Feinfilter vor der Entnahme und Spüleinrichtungen. Sie halten Laub, Moos und Feinstoffe zurück, damit Düsen und Tropfrohre nicht verstopfen.

Pumpentechnik in einem Revisionsschacht

Pumpentechnik

Tauch- und Saugpumpen, Druckerhöhungsanlagen und Hauswasserwerke, ausgelegt auf den Druck und die Menge, die Ihre Bewässerungsgruppen brauchen. Mit automatischer Trinkwassernachspeisung bei leerem Tank.

Bodenfeuchtesensor im Bodenprofil

Sensorik

Füllstandsmessung im Tank, Bodenfeuchte- und EC-Sensoren in der Fläche, Regenmesser und Durchflusszähler. Die Anlage bewässert nach Bedarf statt nach Kalender.

Oberfläche der Überwachungsplattform

Überwachungsplattform

Alle Anlagen auf einer Oberfläche: Füllstände, Verbräuche, Laufzeiten und Störmeldungen. Zugriff vom Büro oder vom Mobilgerät, mit Alarm bei Leckage oder Pumpenausfall.

Bewässerungssteuerung an der Wand

Steuergeräte

Steuerungen für Ventile und Pumpen, vom Einzelobjekt bis zur Anlage mit vielen Gruppen. Anbindung über Mobilfunk oder LoRa, damit auch Standorte ohne Netzwerk erreichbar bleiben.

Anwendungen

Wohin das gespeicherte Wasser im Sommer geht.

Im Winterhalbjahr füllt sich der Speicher, im Sommer wird er gebraucht. Genau dann, wenn Trinkwasser knapp und teuer ist und Grünflächen am meisten leiden.

Extensive Dachbegrünung mit Bewässerung

Dachbegrünung extensiv

Extensive Begrünungen sind so aufgebaut, dass sie ohne Bewässerung auskommen. Sie speichern den Niederschlag im Substrat und geben ihn über Verdunstung ab. Eine Anlage braucht es dort nicht, sie zählen als Auffangfläche.

Blühende intensive Dachbegrünung vor einem Gebäude

Dachbegrünung intensiv

Dachgärten mit Sträuchern, Stauden und Bäumen brauchen eine echte Bewässerungsanlage. Zonenweise geplant, nach Pflanzengruppe getrennt und über Bodenfeuchte gesteuert.

Begrünte Terrassen und Fassade an einem Hochhaus

Fassadenbegrünung

Wandgebundene Systeme sind auf eine verlässliche Wasserzufuhr angewiesen. Druckkompensierende Tropfer je Pflanzebene, Nachspeisung und Überwachung, damit kein Ausfall unbemerkt bleibt.

Tropfbewässerung in einem Staudenbeet

Terrassen und Balkone

Automatische Tropfbewässerung für Kübelpflanzen und Tröge, auch über mehrere Geschosse. Kleine Leitungsquerschnitte, unsichtbar geführt, mit Einzeltropfern pro Gefäss.

Luftbild einer Parkanlage am Wasser

Umschwung und Park

Rasen, Staudenflächen und Gehölze rund ums Gebäude. Versenkregner und Tropfleitungen in getrennten Gruppen, ausgelegt auf die Menge, die der Speicher tatsächlich hergibt.

Wurzelbewässerung eines Stadtbaums

Stadtbäume

Wurzelbewässerungssysteme bringen das Wasser direkt in den Wurzelraum statt auf den Belag. Kombiniert mit Speicherkies überbrücken Bäume längere Trockenphasen.

Luftbild einer Sportanlage mit Rasen- und Kunstrasenfeldern

Sportanlagen

Naturrasen und Kunstrasen brauchen die grössten Mengen. Genau dort lohnt sich Regenwasser am meisten, auf Wunsch kombiniert mit Beckenwasser aus dem Schwimmbad.

Trinkwasser sparen

Jeder Liter aus dem Speicher ist ein Liter, der nicht aufbereitet und bezahlt werden muss. Der Rechner weiter unten zeigt, wie viel in Ihrem Fall zusammenkommt.

Wassereffizienz der Bewässerungsmethoden

Anteil des ausgebrachten Wassers, der tatsächlich bei der Pflanze ankommt. Je gezielter die Methode, desto weniger Verlust durch Verdunstung, Wind und Abfluss.

Schwerkraft40 bis 50 %
Furchenbewässerung50 bis 70 %
Beregnung70 bis 80 %
Sprinkler80 bis 90 %
Tropfbewässerung90 bis 95 %
Tankrechner

Wie gross muss der Speicher sein?

Der Rechner stellt den Regenwasserertrag Ihrer Dachfläche dem Bedarf Ihrer Grünflächen gegenüber und leitet daraus das Nutzvolumen ab. Die Methode folgt der üblichen Dimensionierung nach DIN 1989-1: massgebend ist der kleinere der beiden Werte, gespeichert wird davon der Anteil einer Trockenperiode.

Auffangfläche

m²

Grundriss der überdeckten Fläche, nicht die schräge Dachhaut.

Bestimmt den Abflussbeiwert. Begrünte Dächer halten einen Teil selbst zurück.

Richtwert. Den genauen Normwert Ihrer Station finden Sie bei MeteoSchweiz.

mm

1 mm entspricht 1 Liter pro Quadratmeter und Jahr.

Bedarf Grünflächen

Extensive Dachbegrünungen kommen ohne Bewässerung aus und stehen deshalb nicht in der Liste. Sie zählen als Auffangfläche, nicht als Verbraucher.

m²
m²
m²
m²
Stk

Erste drei Standjahre, kleiner Wurzelballen.

Stk

Mit ausgebautem Wurzelraum, Zusatzwasser in Trockenphasen.

Bedarf Haus

Auslegung

3 Wochen Trockenperiode

Wie lange die Anlage ohne Regen durchhalten soll. Drei Wochen sind der übliche Ansatz.

Annahmen anpassen
Wo

Mai bis September sind rund 22 Wochen.

%

Anteil des Jahresniederschlags, der von Mai bis September fällt.

%

Starkregen läuft ab oder versickert unter den Wurzelraum.

%

Auch im nassen Jahr nötig, weil Regen ungleich fällt.

mm/Wo
mm/Wo
mm/Wo
mm/Wo
l/Wo
m²
l/Wo
m²
l/P·d
l/P·d
%
CHF/m³
Leistungen

Planung, Montage und Service aus einer Hand.

Regenwassernutzung scheitert selten am Tank. Sie scheitert an der Schnittstelle zwischen Dachentwässerung, Speicher, Pumpe und Verteilung. Wir planen diese Kette als Ganzes, bauen sie und halten sie in Betrieb.

Planung. Umsetzung. Wartung.Verantwortung. Nachhaltigkeit. Kompetenz. Miteinander.
Planung
Aufnahme der Flächen, Dimensionierung von Speicher, Pumpe und Verteilung, Abstimmung mit Architektur, Landschaftsarchitektur und Gemeinde. Sie erhalten ein Schema und eine nachvollziehbare Berechnung.
Montage
Einbau von Tank, Filter, Pumpe und Steuerung, Leitungsführung bis in die einzelnen Bewässerungsgruppen, Inbetriebnahme und Einregulierung der Anlage.
Service
Wartung in mehreren Paketen: Filterreinigung, Pumpenkontrolle, Prüfung der Sensorik, Einwinterung und Frühjahrsinbetriebnahme. Auf Wunsch mit Fernzugriff und Störungsdienst.
Übergabe
Skizzenplan und Übergabedossier mit allen verbauten Materialien, damit spätere Anpassungen und Ersatzteile ohne Suchen möglich sind.
Hinter der Seite
Diese Seite wird betreut von der Rudolf Hirt AG in Balsthal, seit 1946 tätig in Bewässerung, Brunnentechnik und Beleuchtung.
Baustelle mit eingesetztem Regenwasserspeicher
Referenzen

Gebaut, nicht nur gezeichnet.

Regenwasserspeicher für Grünflächen sind bei uns kein Pilotversuch. Die folgenden Anlagen sind in Betrieb, vom Privatgarten bis zur Überbauung mit 70'000 Quadratmetern.

Luftbild einer Sportanlage

Sportanlagen

Beregnung aus Regenwasser, bei Bedarf ergänzt durch Beckenwasser aus dem Schwimmbad.

Parkrasen mit laufendem Versenkregner

Park und Umschwung

Grossflächige Anlagen mit Tankreservoir, gespiesen über die Überläufe von Wasserspielen und Teichen.

Regenwasserspeicher in der Baugrube vor einem Wohnhaus

Wohnbauten

Vom Privatgarten mit 19'500 Litern bis zur Überbauung mit mehreren Speichern.

Worb, Neuschloss
Anlage mit rund 30'000 m², Speisung über Tank und Quellwasser.
Kappelerhöhe
Anwesen mit rund 35'000 m², zwei Regenwasserspeicher mit je 120'000 Litern.
Cham
Anlage mit rund 70'000 m², Seewasserpumpe mit Tank als Zwischenspeicher.
Margarethenpark, Basel
100'000 Liter in einem glasfaserverstärkten Kunststofftank, gespiesen über den Überlauf des Planschbeckens.
Rosengarten und Viktoriaplatz, Bern
Tankreservoirs, gespiesen über die Überläufe von Wasserspiel, Teich und Brunnen.
Europaallee Baufeld E, Zürich
Regenwasser für die Dachbegrünung.
Sportplätze Gossau SG
Regenwasser kombiniert mit Schwimmbadabwasser.
Weitere Grünanlagen
Rolex SA in Biel, Bundeshaus Bern, Psychiatrische Dienste Aargau in Brugg und Baden, Wohnturm Bächtelen in Wabern, Meret Oppenheim Hochhaus in Basel.
Kontakt

Ein Projekt im Kopf?

Wir schauen uns die Flächen an, rechnen Ertrag und Bedarf durch und zeigen, welche Anlagetechnik dazu passt. Die Erstberatung kostet nichts.

Rudolf Hirt AG
Sagmattstrasse 2, 4710 Balsthal
032 322 71 71
info@hirt-ag.ch
www.hirt-ag.ch

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